Nachhaltiges Lieferantenmanagement

Auswahl, Integration und Zusammenarbeit mit Lieferanten sind wesentliche Faktoren für nachhaltige Wertschöpfung.

Herausforderung

Komplexität Lieferantenmanagement

Die Auswahl der richtigen Lieferanten, ihre Integration in das Wertschöpfungsnetzwerk sowie das kontinuierliche Management dieser Beziehungen sind wesentliche Faktoren für erfolgreiche Unternehmenswertschöpfung. Auch Nachhaltigkeit kann nur realisiert werden, wenn alle Partner diese Netzwerks nach entsprechend abgestimmten Prinzipien agieren. Hierfür sind wiederum Vertrauen und Transparenz maßgeblich.

Lösung

Lieferantenmanagement folgt üblicherweise einem Set von Phasen, wie Lieferantenportfolio Management, Lieferantenidentifizierung, -bewertung, -entwicklung und -risikomanagement. Entlang all dieser Phasen ergeben sich Möglichkeiten, die Basis der Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu verbessern, sei es in Hinblick auf gemeinsame Produktinnovationen, der Sicherstellung der Anwendung von Standards, Leitlinien und Verhaltenskodizes, der integrierten Planung von Bedarfen und Belieferungen, oder der Prozessverschlankung.

Nachhaltiges Lieferantenmanagement

Vorgehen

SustainNet Consulting unterstützt Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Lieferanten und ihrer nachhaltigen Integration in das Wertschöpfungsnetzwerk. 

Lieferantenportfolio Management

Im Rahmen des Lieferantenportfolio Managements erfolgt eine Segmentierung der Lieferantenbasis. Für diese Segmentierung werden üblicherweise Tools und Methoden wie die Kraljic Matrix herangezogen, welche Warengruppen bzw. Lieferanten anhand der Dimensionen Risiko und Profitabilität einordnet. Zunächst werden die Materialgruppen bzw. Lieferanten in der Matrix positioniert. Anschließend werden maßgeschneiderte Segment- bzw. Lieferantenstrategien erarbeitet und abgestimmt.
Lieferantenmanagement sollte jedoch nicht nur auf diese zwei Dimensionen abzielen. Stattdessen sollten für die Segmentierung auch weitere strategische Faktoren wie z.B. Innovationskraft und ökosoziale Nachhaltigkeit im Sinne von Wachstumstreibern berücksichtigt werden.  

Lieferantenidentifizierung & -Onboarding

Zur Identifizierung geeigneter Lieferanten müssen zunächst funktionsübergreifend Auswahlkriterien definiert werden. Es folgt ein Screening des Lieferantenmarktes welches in einer Lieferanten „Long List“ mündet. Anschließend werden, beispielsweise in Form eines RfI (Request for Information) Prozesses, Lieferanteninformationen gesammelt. Im nächsten Schritt geht es darum, konkrete Lieferantenangebote (RfQ – Request for Quotation) einzuholen und zu vergleichen. Nach Auswahl der geeignetsten Lieferanten wird das Onboarding initiiert, Lieferantenstammdaten eingesammelt und angelegt, vertragliche Vereinbarungen unterzeichnet und die Regeln und nächsten Schritte der Zusammenarbeit kommuniziert.
In Bezug auf Nachhaltigkeit ist es in dieser Phase besonders wichtig, nicht nur ökonomische sondern auch dezidierte soziale und ökologische Auswahlkriterien einfließen zu lassen, wie z.B. Zertifizierungen. Des Weiteres ist es essentiell, bereits beim Onboarding relevante vertragliche Bestandteile wie Verhaltenskodizes verpflichtend zu vereinbaren.  

Lieferantenbewertung & -Monitoring

Um sicher zu stellen, dass die Lieferanten vorgegebenen Qualifikationskriterien entsprechen, sollten sie regelmäßig überprüft werden. Hierzu ist zunächst ein Bewertungssystem und -prozess mit entsprechenden KPIs und Anforderungen zu definieren. Entsprechend der festgelegten zeitlichen und prozessualen Anforderungen werden Lieferanten für eine Bewertung ausgewählt. Nach Durchführung der Lieferantenbewertung erfolgt eine Analyse und Evaluierung der Performance. Für die Durchführung der Bewertung gibt es verschiedene Methoden, z.B. ein initiales Self-Assessment, Quick Checks, Evidence Based Assessments und interne/ externe Audits. Zusammen mit dem jeweiligen Lieferanten werden anschließend die Ergebnisse besprochen, und Maßnahmen zur Verbesserung der Performance verabschiedet.
Gerade im Bereich Nachhaltigkeit ist ein wichtiger erster Schritt, den Lieferanten bereits frühzeitig darüber zu informieren, welche Anforderungen das einkaufende Unternehmen an seine Lieferanten hat, wie es seine Lieferanten bei der Umsetzung der Anforderungen unterstützen möchte, welche Konsequenzen eine schlechte Performance, und welche Honorierung eine gute Performance haben wird. Dies betrifft beispielsweise die Einhaltung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards.

Lieferantenentwicklung

Basierend auf der Lieferantensegmentierung und -bewertung erfolgt die Entwicklung von Performancezielen, beispielsweise in Hinblick auf Performance, Risiko, Innovationsfähigkeit und Nachhaltigkeit.
Zusammen mit dem Lieferanten werden funktionsübergreifend Maßnahmenpläne abgestimmt und ihre Implementierung vorangetrieben. Der Fortschritt wird regelmäßig überprüft und im Rahmen eines Reportings an die Stakeholder seitens des einkaufenden Unternehmens und des Lieferanten übermittelt.
Insbesondere in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Innovationsfähigkeit sollten die Maßnahmenpläne die partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter stärken. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, funktionsübergreifende Workshops zusammen mit den Lieferanten unter potenzieller Einbeziehung weiterer Stakeholder des Wertschöpfungsnetzwerks, wie Vorlieferanten und Kunden, durchzuführen. Ziel dieser Workshops ist es, im Sinne von Co-Creation und Co-Innovation neue Ideen zu generieren, sowohl in Bezug auf innovative und möglichst nachhaltige Produkte, als auch hinsichtlich einer Optimierung und nachhaltigen Gestaltung der Lieferkette.

Lieferantenrisikomanagement

Die Definition einer Risikostrategie und -Policy für das gesamte Lieferantenportfolio bildet den ersten Schritt des Lieferantenrisikomanagements. Hierbei gilt es Unternehmens- und Kundenanforderungen, regulatorische Bedingungen, den Supply Chain Status und die Lieferantensegmentierung zu berücksichtigen.
Kriterien und Prozesse der Risikobewertung, wie Nachhaltigkeit, Qualität und Finanzlage, sind funktionsübergreifend mit den internen Anspruchsgruppen (z.B. Category Management, Vertrieb, Logistik, Compliance) abzustimmen. Anschließend sind in regelmäßigem Turnus sowie bei Bedarf Lieferantenrisikobewertungen durchzuführen. Darüber hinaus gilt es das Lieferantenrisiko kontinuierlich zu analysieren um Risikoinformationen nahezu in Echtzeit zu erhalten. Die Ergebnisse von Bewertung und Monitoring sind zu bewerten, und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Auch hier ist es wichtig, die Kommunikation mit dem Lieferanten zu suchen und möglichst partnerschaftlich an Lösungen zu arbeiten.